Sebastian Autenrieth / New Series "Reaction Still"

„Die Fotografie steht in dem etwas zweifelhaften Ruf, die realistischste – und deshalb zugänglichste – unter den mimetischen Künsten zu sein. Tatsächlich aber ist sie die einzige Kunstform, der es gelungen ist, die großspurige, hundert Jahre alte Drohung, der Surrealismus werde sich des modernen Lebensgefühls bemächtigen, wahrzumachen (…)“ (Susan Sontag)

 

 

Die Serie „Reaction Still“ von Sebastian Autenrieth überschreitet die Grenzen der Fotografie hin zur Objektkunst. Den in stark reduzierter Farbigkeit erscheinenden, scheinbar abstrakten Fotografien liegen konkrete Objekte zugrunde, die Autenrieth aus Lack und übereinandergeschichteter Acetatfolie konstruiert. Durch eine chemische Reaktion entstehen sich langfristig verändernde, nicht  zu kontrollierende, transparente (Licht-) Ornamente. Das Material „leistet die Arbeit“ des Prozesses der Bilderzeugung und führt zu einer vom Zufall bestimmten Bildästhetik. 

Autenrieth hält mehrere Phasen der chemischen Reaktion mit Hilfe der Kamera fest und präsentiert sie in vergrößertem Format. Dabei strebt er nicht nach objektiver Wirklichkeitsabbildung. Vielmehr überrascht er den Rezipienten mit der Illusion fremdartiger Welten. Die Bewegung des Arbeitsprozesses wird angehalten und in einzelnen Aufnahmen festgehalten. Durch das erneute Zusammenfügen zu einer Serie werden Zeitlichkeit und Zeitdauer in das fotografische Abbild integriert. Es handelt sich um ein Vexierspiel zwischen hoch aufgelöster, dokumentarischer Fotografie und einer malerisch anmutenden Arbeit.

 

 

Dorothea Sturm

 

 

Die ganze Serie ist unter www.baengs-gallery.com zu erwerben